Sonntag, 11. Januar 2009

Tag 4 in Helsinki (wenn man Donnerstag mitzählt - ich tus'). Mir geht es gut. Mittlerweile weiß ich ein bisschen besser, wie ich mich in der Stadt zurechtfinde, ich kenne die wichtigsten Punkte (den Bahnhof, Rautatientori, Haupttreffpunkt für Erasmus-Studenten, das Kamppi, Rieseneinkaufszentrum mit LIDL, dem günstigsten Supermarkt hier und Metro-Knotenpunkt, T- und R-Building der Sibelius-Academy , kurz SIBA, und das Musikerwohnheim CLAVIS) und bin damit nicht mehr ganz so orientierungslos. Ehrlich, am ersten Tag dachte ich, dass ich das nie hinbekomme...Gerade bin ich im CLAVIS, dem erwähnten Wohnheim für Musiker, wo wir gekocht haben und in dem ich die Vorzüge des Gemeinschaftsraums nutze, nämlich das offene W-Lan. In meinem Wohnheim habe ich leider immer noch keinen Zugang zum Internet, was mich ziemlich nervt...habe bereits ein paar mal mit der finnischen Telefongesellschaft SONERA telefoniert, die sich bemühen, dass ich bis Montag Internetzugang habe. Ich glaubs' erst, wenns' funktioniert. Umsomehr genieße ich es jetzt gerade, in Ruhe zu schreiben. Beim letzten Mal war es ja etwas hektisch - und vor allem teuer. So wie vieles, vieles hier. Bier, Internet, Zeitungen, Obst, Milchprodukte, Elektroartikel, Klopapier (!), Briefmarken…lustigerweise ist Telefonieren sehr billig, deswegen telefonieren auch viele Finnen ständig mit ihrem Handy. Die Mitarbeiter der Sibelius-Academy beispielsweise haben gar keine Festnetzapparate mehr, sondern nur noch Handys – weil’s billiger ist. Ich habe ja geschrieben, dass mein Wohnheim in der Harustie etwas außerhalb liegt. Dafür bin ich ganz nah am Meer. Gestern war ich spazieren und bin nach 10 min am Meer gelandet, genauer gesagt an eine der vielen Buchten rund um Helsinki. Es ist so schön dort, die Bucht ist zugefroren und zwar so dick, dass man darauf spazieren gehen kann.
Abends war ich mit Hannah, einer anderen Erasmus-Studentin bei ihr im Wohnheim kochen und danach auf einer Geburtstagsparty einer Finnin im Clavis. Anschließend ein weiteres Abenteuer: Fahrt zu meinem Wohnheim mit dem Nachtbus…ich wusste weder, wann und wo diese fahren und zum Glück hat man mir den Weg gezeigt. Im Nachtbus setzte sich ein ziemlich betrunkener Finne neben mich und bestätigte mir so eines der vielen Klischees, die ich im Vorfeld über die Finnen gehört hatte. Finnen trinken innerhalb kürzester Zeit unheimlich viel Alkohol, und zwar nicht zum Genuss, sondern einzig mit dem Ziel, sich zu betrinken. Das passiert vorzugsweise am Wochenende, also Freitag und Samstag und meistens auch nicht in Kneipen, sondern bei privaten Feiern. Ausgeschenkter Alkohol ist hier nämlich noch teurer als alles andere. Ich hoffe, der Mann hat gut nach Hause gefunden…
Über die Siba kann ich noch nicht soviel schreiben. Die Orientation, also die Begrüßung von uns Erasmus-Studenten am Freitag war ziemlich unspektakulär, aber die zwei Damen vom Austausch-Büro waren ganz arg nett. Nur gab’s soviel Informationen und Formulare, dass ich leicht überfordert war. Mir ging’s nicht allein so, wir müssen alle uns noch einlesen und herausfinden, wann wir uns wo melden müssen, wo wir unseren Schlüssel herbekommen, wo unsere Lehrer sind, wer uns die Zertifikate gibt, welche Fahrten geplant sind, wann die Konzerte sind undundund.
Die Siba befindet sich in drei Gebäuden, zwei davon in der Stadt und eines etwas außerhalb. Jeder Student bekommt einen individuellen Stundenplan erstellt. Ich bekomme meinem am Dienstag.
So allmählich darf’s losgehen mit dem Unterricht und ich möchte wieder loslegen mit Üben…
Bis bald, ihr hört von mir. Liebe Grüße,
Eva

1 Kommentar:

  1. hi eva,

    danke für deine ausführlichen berichte bisher vom hohen norden!ich hoffe, es geht dir gut und verdirbst dir bei den vielen kochaktionen nicht den magen!und probiers auch nicht mit dem alkohol trinken aus, denn ich glaube, da hast du keine chancen! lieber flöte üben......:-))
    schreib schön weiter !!!
    wir sind ja uach bald wieder im scnee, nämlich in abländschen, und da kochen wir auch!!
    viele liebe grüße
    susi,manfred und doro

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