Letzten Samstag habe ich seit langem mal wieder gesungen. Und zwar dirigiert ein Erasmus-Student von der Siba den Chor der anglikanischen Gemeinde und gemeinsam mit Isabell singe ich nun in diesem mit. Wir werden an Ostern und eine Woche später im Gottesdienst singen und heute Morgen habe ich auch schon, mit einer kleineren Besetzung, im Godi mitgesungen. Es macht wirklich Spaß und die Leute der anglikanischen Gemeinde sind so nett. Teilweise sind es Finnen, teilweise auch Engländer, Australier und Amerikaner. Sie haben Isabelle und mich ganz herzlich aufgenommen und freuen sich, dass wir mitmachen.
Ich freue mich so, so, so, so sehr auf Mittwoch. Da nämlich fahren wir nach Lappland. Jucheeeeeee. Es gehen viele, viele Erasmus-Studenten der Siba mit und auch noch Studenten der Kunsthochschule von Helsinki. Ich zähle wirklich die Tage bis dorthin. Nicht, dass es mir hier nicht gefällt und dass es hier langweilig wäre, aber ich merke, dass ich Abwechslung brauche und was Anderes vor meinen Augen brauch.
Nach Lappand ist das Semester bald rum. Hier geht es nämlich offiziell nur bis Ende April, im Mai sind Prüfungen. Die Zeit vergeht so schnell...und viele Studenten reisen auch im Mai, oder manche sogar schon im April ab. Für mich ist gerade erst Halbzeit. Ich habe zwar selber keine Prüfungen, jedoch meine Mitspieler von den Kammermusikprojekten. Und dann hat meine Flötenklasse noch ein Konzert und wir fahren noch nach Tallinn und ich mache bei einem Dirigierkurs mit, der bis in den Juni hineinläuft.
Ich habe jetzt auch ein Zimmer bis Juni, meines hier im Wohnheim kann ich nur bis Ende Mai bewohnen und für den Juni kann ich jetzt ein eine WG direkt in die Stadt ziehen.
Letzte Woche war Hannes aus Freiburg zu Besuch, und gemeinsam mit ihm war ich auf Suomenlinna. Das ist eine kleine Inselgruppe vor Helsinki. Ihr Name lautet übersetzt soviel wie "Finnen-Burg". Suomenlinna war früher eine Festungsinsel, diente also als Verteidigungsstützpunkt von Helsinki. Erst wurde sie von den Schweden genutzt, dann, nach der Niederlage im Finnischen Krieg Anfang des 19. Jahhunderts von den Russen. Seit Finnlands Unabhängigkeit wird Suomenlinna auch als Wohnort für Bürger Helsinkis' genutzt, heute leben ca. 900 Menschen dort. Mittlerweile gehört Suomenlinna zum Unesco-Weltkulturerbe.
Es ist ganz, ganz schön dort, mit vielen Wiesen und Natur und man kann auf das offene Meer sehen. Hier ein paar Eindrücke:



Wir waren auch in der Felsenkirche, ebenfalls ein beliebtes Touristenziel, wie mir mein Reiseführer erzählte. Die temppeliaukio befindet sich ganz nah an der Siba, mitten im Wohngebiet und ist deswegen so eindrucksvoll, weil sie nach unten in den Fels gehauen wurde und als Dach eine großen Kuppel hat. Wir haben uns dort die Generalprobe vom Radiosinfonieorchester angehört. Ich war sowohl von der Architektur der Kirche als auch vom RSO begeistert.



Als es noch Sonne hatte *höhö* gab es Abends hier ganz, ganz tolle Farbspiele am Himmel und das Licht war ganz seltsam blau. Ich habe mir erklären lassen, dass es dafür einen Begriff gibt, nämlich die "blue hour". Ich habe nicht kapiert, wie sie zustande kommt, wer es genauer wissen will, für den habe ich hier der Link zu Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Blaue_Stunde
Jedenfalls sieht es so genial aus. Mein Foto kann es nicht so wiedergeben, wie in Original, ihr solltet vielleicht doch hierher kommen, um es in Wirklichkeit zu sehen ;-)


Die vielen Besucher in letzter Zeit waren toll, wirklich. Ich schätze es sehr, dass Freunde von mir hierherkommen!
Hier noch ein Lachen aus der Metro und viele, viele liebe Grüße,
Eva








