Montag, 26. Januar 2009

Tervetuloa - Willkommen


Mein letzter Eintrag ist schon eine ganze Weile her, eine Woche fast. Es ist so viel passiert, ich probiere, mich kurz zu fassen und fange am Besten mal von hinten an, also mit heute.
Heute war toll. Moshe Aron Epstein, ein Flötenprofessor aus Hamburg, ist seit heute in Helsinki und gibt einen Meisterkurs für Siba-Studenten (mehr zu ihm hier: http://www.maepstein.de/). Ich bin nicht aktiv dabei, also ich werde nicht von ihm unterrichtet, aber ich war heute zuhören und habe dabei auch einige Flötenstudenten aus anderen Klassen kennengelernt. Diejenigen, die ich gehört habe, spielen wirklich toll und Epstein hat auch eine interessante Art zu unterrichten. Die ganze Atmosphäre, die Musik, der Raum, waren wunderschön.
Dann bin ich los zu meiner dritten Sitzung Finnisch-Sprachkurs. Neben dem Wort in der Überschrift habe ich bis jetzt gelernt, eine ordentliche Unterhaltung zu führen á la: Hallo (Moi/Hei/Terve) ich heiße Eva (minä olen Eva) und komme aus Deutschland (ja olen Saksasta). Zahlen kann ich, Farben lerne ich, Wochentage, Monate, dazu kommen Verben undundund...das Tempo ist mega flott. Und Finnisch ist unbeschreiblich. Es gibt 30(!) Fälle. Jedes Verb ist unregelmäßig. Klingt spannend, nech? Unbeschreiblich ist auch die Finnisch-Lehrerin, die Doktorantin an der Uni von Helsinki ist, in Amerika studiert hat und ihre Promotion über Hip-Hop-Texte schreibt. Sie war mir gleich sympatisch :-) Ich probiere auf jeden Fall, die Basics zu pauken, auf dass ich mich ein bisschen verständigen kann. Mein Ziel ist es, die Werbung in der Metro zu verstehen, Briefmarken zu kaufen, ohne Englisch zu reden und vor allem die Schilder mit Wegbeschreibungen zu verstehen. Ich kann schon etwas zu trinken bestellen, das ist ganz einfach, weil die Finnen keine Höflichkeitsfloskeln wie 'Bitte' kennen und den Konjunktiv kaum benutzen. Stattdessen sagen sie einfach immer 'kiitos', was 'danke' heißt. "Ich möchte einen Kaffee, bitte" heißt dann: "yksi kahvi kiitos" (ausgesprochen: üksi kachvi, kiiiiitos).
Letzte Woche war ich zum ersten Mal in der Finlandia und habe mir ein Sinfonie-Konzert angehört. Und tatsächlich durfte ich umsonst rein, weil ich an der Siba studiere. Das Konzert war toll, zu hören gab's Schönberg Kammersinfonie, Tschaikowski Violinkonzert und Brahms Sinfonie Nr. 4. Der Saal ist schon beeindruckend und ich habe vor, öfters hinzugehen.
Auch ein Erlebniss letzte Woche: Fitness auf Finnisch. Ich habe ja geschrieben, dass ich mich beim Uni-Sport angemeldet habe und letzte Woche habe ich 'Afro-Dance' probiert. Öfter mal was Neues :-) beschreiben lässt sich das so: Aerobic mit Reggae-Musik und Hawai-Hüftschwung. Dazu eine hippe Trainerin, die unheimlich lässig steppen kann und nur Finnisch spricht. Wobei das nicht schlimm ist, weil ja eh' alle das Gleiche machen. Zwischendurch kamen immer wieder afrikanische Gesangseinlagen, die sie vor- und wir nachgesungen haben und Trommelrhytmen zum mitsprechen (räng-ge-deng-ge-degge-deng-deng-deng). Herrlich. Besonders toll am Uni-Sport ist der Gang in die Sauna hinterher.
Ich mag die Finnen. Diejnigen, die ich bisher kennengelernt habe, waren fast ausschließlich ganz arg freundlich, hilfsbereit, höflich und geduldig. Und sie haben die Ruhe weg. Hier ist meiner Meinung nach viel weniger Hektik in den Straßen. Wie schon geschrieben, stimmt das Klischee des trinkenden Finnen-ich treffe jedesmal im Nachtbus auf jene, wobei ich dabei wunderbare Erlebnisse hatte. Freitag Nacht zum Beispiel saß neben mir ein Finne und seine Freundin, beide sehr gut drauf. Sie hat irgendwann geschlafen, er konnte sich garnicht mehr beruhigen vor Begeisterung neben einer echten, richtigen Deutschen zu sitzen und war dabei so mitteilungsfreudig, dass irgendwann alle um mich herum Deutsch gesprochen haben.
In der Siba kehrt so langsam der Alltag ein. Ich bin meistens morgens zum Üben da und bleibe bis Nachmittags. Die Mensa ist richtig gut, ganz toll: das Salatbuffet und die Brot-Bar mit frischgebackenem Kürbiskernbrot. Und ein Menü für 2,50 ist wirklich in Ordnung und auch leistbar. Essen hier ist ansonsten so teuer...mein Flötenunterricht bei Matti Helin ist gut. Ich kann noch nicht allzuviel schreiben, weil ich bis jetzt erst zweimal hatte, aber bis jetzt habe ich ein sehr gutes Gefühl und Spaß am Spielen und Üben.
Es hat viel geschneit in letzter Zeit, aber heute auch angefangen zu tauen. Das Meer ist auch nicht mehr so dick zugefroren und es ist auch nicht kalt. Es ist einfach Matschwetter. Ich habe die Sonne seit einer Woche nicht mehr gesehen, stattdessen ist der Himmel immer grau, siehe Bild unten.

Das war heute Mittag um 4, kurz bevor es angefangen hat zu dämmern. Mir schlägt das auch ein bisschen auf die Stimmung und ich sehne mich nach ein bisschen mehr natürlichem Licht. Aber die Luft ist toll.
Hier sind noch zwei Bilder von Helsinkis' Innenstadt:


Und so sieht's bei mir im Wohngebiet aus, wenn man nachts aus dem Nachtbus steigt.

Das nächste Bild zeigt nicht etwa die frühen Malversuche der ersten Finnen an Höhlenwänden, sondern den ansonsten recht hässlichen unterirdischen Gang zur Metro.


Soviel erstmal, ich schreibe bald wieder. Ganz liebe Grüße,

Eva

Montag, 19. Januar 2009

ice skating


Das war eine meiner Aktivitäten am Wochenende. Dieses ging rum wie nix und war wunderbar. Freitag war ich im Konzert von der Tapiola-Sinfonietta (http://www.tapiolasinfonietta.fi/). Leider kam ich aufgrund von einer falschen Busverbindung und einer noch viel falscheren Wegbeschreibung eines freundlichen Finnen zu spät und habe den ersten Teil bis zur Pause verpasst. Das nächste Mal fahre ich eine Stunde früher los...es war trotzdem sehr schön, die Halle in der das Konzert stattfand war wirklich toll und hatte eine super Akustik. Ich habe mir vorgenommmen, viele Konzerte zu hören. Als Siba-Student kommt man hier nämlich umsonst, bzw. ermäßigt in die Konzerte der Finlandia-Hall, was ich unbedingt ausnutzen will.
Im Anschluss waren wir im Urkki, einem ganz urigen Pub in der Nähe der Siba (
http://www.ravintolaopas.net/urhospub/). Dort gibt's leckere Riesen-Pizza und zahlreiche Biersorten und der Preis dafür ist für Helsinki ok. Die Nacht war lang, wir sind in der Küche von einem Bekannten verhockt und der Samstag dementsprechend verschlafen. Wobei ich merke, dass das frühe Dunkelwerden hier mir meinen Organismus ganz schön durcheinander bringt. Nachts werde ich nicht müde, dafür fühlt sich 19.00 Uhr wie drei Uhr morgens an. Und ich komme viel schwerer raus wie sonst. Ich hoffe darauf, dass die Tage hier jetzt immer länger werden und damit heller.
Zurück zum Wochenende. Samstag war ich also Eislaufen, gemeinsam mit anderen Exchange-Studis. Viele Plätze werden hier im Winter umfunktioniert zu Eisflächen und genau auf so einem waren wir. Direkt im Zentrum neben Rautatientori, mit Schlittschuhverleih zu relativ humanen Preisen. Ich war ewig nicht mehr Schlittern und war erstaunt, wie schnell sich mein Körper zurück erinnert hat an die Bewegungen.
Den Sonntag habe ich telefoniert, in meinem Zimmer rumgekruschtelt, gelesen, war Üben... Ausgeklungen ist das Wochenende in einem Pub, in dem Hannah, eine Exchange-Studentin, gemeinsam mit anderen Musikern live finnischen Folk performt hat. Ich fands' so super, hab auch völlig die Zeit vergessen und beinahe die letzte Metro verpasst.
Ansonsten habe ich es heute geschafft, einen Platz in einem Sprachkurs zu ergattern und auch gleich die erste Einheit gehabt. Jede Woche werde ich jetzt 4 Stunden Finnisch lernen. Ich find’s so großartig.
Außerdem habe ich mich beim Uni-Sport angemeldet, Massenzappeln ich komme :-)
Viel Rumorganisiererrei heute. Aber dafür steht der Stundenplan allmählich.
Ich genieße es, soviel Zeit zur Verfügung zu haben, vor Allem auch fürs’ Üben…
Ihr Lieben, ich grüß’ euch und wünsch euch was,
bis bald,
Eva

Mittwoch, 14. Januar 2009

Endlich! Internet bei mir zuhause...und damit Fotos für euch :-)

erinnert ihr euch an meinen letzten Blog? Hier noch die passenden Bilder dazu...
unten Bilder der letzten Tage und Nächte: das Gebäude auf dem ersten Foto befindet sich in der Nähe vom Hauptbahnhof, ich weiß nicht, was es für eine Funktion hat, fand es aber sehr schön...die Einkaufsstraße heißt Aleksanterinkatu, die Prachtbauten befinden sich auf der Eteläesplanadi. Ich bin begeistert über die Nachtschnappschuss-Funktion meiner Kamera und habe den Platz vor der Hauptpost festgehalten. Und das ganz unten ist der Dom von Helsinki.



Jeder Tag ist aufregend und bringt irgendwas Neues und Unerwartetes. Ich fühle mich ein bisschen zurückversetzt in die Ersti-Wochen in Freiburg…
Seit Sonntag ist eine Menge passiert. Ich habe Mitbewohnerinen, juchu. Montag Abend sind Aneta aus Poolen und Maria aus Griechenland in die WG gezogen. Und das Appartment (das Wohnheim hier ist in Appartments aufgeteilt, von denen jedes aus 4 WGs besteht) füllt sich so langsam mit Studenten. Sie studieren an der Uni, die später anfängt als die Siba (kennen wir das nicht von irgendwoher?) und haben diese Woche ihre Orientation.
Mittlerweile habe ich mich auch ein bisschen in der Siba eingerichtet. Ich war in der Bibliothek und habe mir einen Ausweis machen lassen, bin stolze Besitzerin eines Schließfaches, habe bereits die ersten Noten kopiert, die Überäume besichtigt und getestet und bekomme vrrs. morgen meinen Schlüssel, so dass ich auch nach Torschluss hinein kann. Und gestern war, ganz wichtig, Treffen mit der Dame, die mir meinen Stundenplan erstellt hat. In Helsinki bekommt jeder Student zu Semesterbeginn einen persönlichen Stundenplan, der heißt HOPS und so ist garantiert, dass auch alle brav in ihrer Regelstudienzeit studieren und es keine überfüllten Kurse gibt. Eigentlich ganz gut, das System, nur weiß ich nicht so genau, wie groß der Aufwand dabei ist. Bei mir war es eher unspektakulär. Ich hatte ein bisschen Bammel vor diesem Treffen, weil ich in Deutschland Schulmusik studiere, hier aber in die Orchesterabteilung eingeteilt bin und als Wunschunterricht im Vorfeld nur Flötenunterricht und Kammermusik angegeben hatte. Es war aber ganz harmlos und geht völlig in Ordnung. Bei dem Treffen habe ich auch erfahren, dass ich einen anderen Lehrer habe als ursprünglich gedacht. Er heißt Matti Helin und hat mir am Telefon erklärt, dass er dieses Semester etwas ganz Neues ausprobieren will – eine Klassenstunde, in der alle seine Studenten zusammen unterrichtet werden. Und heute war ich da und habe bei ihm hospitiert und ich glaube, es wird ganz gut. Morgen habe ich meinen ersten Unterricht bei ihm. Bin gespannt und freu’ mich auch, dass es jetzt so richtig losgeht.
Des Weiteren habe ich gestern damit verbracht, einen Platz in einem Sprachkurs zu finden. Es gibt in jedem Semester Finnisch-Sprachkurse für Ausländer, angeboten von der Uni. Ich spazierte also in das Uni-Sprachkurs-Büro und erfuhr dort, dass alle Plätze schon belegt seien. Auf meine Frage, ob es denn noch andere Institutionen in Helsinki gebe, die solche Kurse anböten, schrieb man mir eine Adresse auf. Ich bin überstolz, dass ich diese auf Anhieb gefunden habe – auch wenn ich dort keinen Erfolg hatte, alle Kurse dort waren ebenfalls belegt. Die Adresse, die ich dort erhielt, habe ich nicht gefunden, aber per Mail bei der Institution angefragt und ich geh’ morgen noch hin. Ich hoffe sehr, dass es irgendwie klappt, die Sprache ist völlig anders und ich möchte sie zumindest ein bisschen verstehen.
Bei meinem Spaziergang durch die Stadt ist mir mal wieder aufgefallen, wie schön diese ist. Die hohen Häuser, die Monumentalbauten, das Meer ganz nah, die breiten Einkaufsstraßen, dazwischen fährt die Straßenbahn, die vielen Grünanlagen und alles läuft seinen gemütlichen Gang. Die Stadtplaner haben viel Sorgfalt walten lassen und obwohl die Stadt keine uralten Bauten aus dem Barock und der Renaiscense hat (es gab hier einen Brand Anfang des 19. Jahrhunderts) kann man viel von ihrer Geschichte an den Gebäuden ablesen.
Wie ihr aus der Überschrift heruaslesen könnt, habe ich endlich endlich hier im Wohnheim in meinem Zimmer an meinem Laptop Internet - nach einer Woche täglicher Anrufe bei SONERA, der finnischen Telekom. Die Mitarbeiter waren wirklich sehr höflich und sprachen perfekt Englisch, vor allem den Satz: "it needs only a few hours of data-transfering, then your internet will work" haben alle drauf und wiederholen ihn ständig. Dafür weiß ich jetzt, wie genau mein PC sich mit dem Internet verbindet, habe eine finnsiche E-Mail Adresse bei SONERA und kann die Nummer der Hotline für Störungen auswendig - nur für alle Fälle.
Schlimmer als SONERA ist jedoch die finnische Polizei. Denn dort war ich gestern, um mich zu registrieren. Gemeinsam mit Hannah und Sonya, Studentinen von der Siba, habe ich mich ganz früh auf den Weg gemacht in den Stadtteil Malmi. Malmi ist mit der Bahn 10 min vom Zentrum weg, wir haben den Bus genommen und zack, sind es 40 gewesen. Das war der Anfang von vielen Stunden Warterrei...die Polizeistation war überfüllt, auf der Nummernanzeige (überall gibt es hier diese Automaten, die einem eine Nummer ausdrucken, Drängeln ist verpönt) ging garnichts mehr, zumindest nicht bei den Nummern der EU-Citizens. Ich hab's dann irgendwann aufgegeben weil ich zum Meeting in die Siba musste. Und ich bin momentan wenig motiviert, da wieder hin zu gehen. Mal sehen...vielleicht, wenns regnet ;-)
Apropros Wetter und Dunkelheit: die Sonne geht gegen 8.00 Uhr am Morgen auf und nachmittags gegen 17.00 Uhr unter. Das ist ok denke ich, halt ein zweiter Winter, aber zum Glück keine Dauerdunkelheit. Es ist warm hier, 2 Grad über Null.
Huih, viel heute. Bald mehr...ich grüß' euch aus Helsinki,
Eva

Sonntag, 11. Januar 2009

Tag 4 in Helsinki (wenn man Donnerstag mitzählt - ich tus'). Mir geht es gut. Mittlerweile weiß ich ein bisschen besser, wie ich mich in der Stadt zurechtfinde, ich kenne die wichtigsten Punkte (den Bahnhof, Rautatientori, Haupttreffpunkt für Erasmus-Studenten, das Kamppi, Rieseneinkaufszentrum mit LIDL, dem günstigsten Supermarkt hier und Metro-Knotenpunkt, T- und R-Building der Sibelius-Academy , kurz SIBA, und das Musikerwohnheim CLAVIS) und bin damit nicht mehr ganz so orientierungslos. Ehrlich, am ersten Tag dachte ich, dass ich das nie hinbekomme...Gerade bin ich im CLAVIS, dem erwähnten Wohnheim für Musiker, wo wir gekocht haben und in dem ich die Vorzüge des Gemeinschaftsraums nutze, nämlich das offene W-Lan. In meinem Wohnheim habe ich leider immer noch keinen Zugang zum Internet, was mich ziemlich nervt...habe bereits ein paar mal mit der finnischen Telefongesellschaft SONERA telefoniert, die sich bemühen, dass ich bis Montag Internetzugang habe. Ich glaubs' erst, wenns' funktioniert. Umsomehr genieße ich es jetzt gerade, in Ruhe zu schreiben. Beim letzten Mal war es ja etwas hektisch - und vor allem teuer. So wie vieles, vieles hier. Bier, Internet, Zeitungen, Obst, Milchprodukte, Elektroartikel, Klopapier (!), Briefmarken…lustigerweise ist Telefonieren sehr billig, deswegen telefonieren auch viele Finnen ständig mit ihrem Handy. Die Mitarbeiter der Sibelius-Academy beispielsweise haben gar keine Festnetzapparate mehr, sondern nur noch Handys – weil’s billiger ist. Ich habe ja geschrieben, dass mein Wohnheim in der Harustie etwas außerhalb liegt. Dafür bin ich ganz nah am Meer. Gestern war ich spazieren und bin nach 10 min am Meer gelandet, genauer gesagt an eine der vielen Buchten rund um Helsinki. Es ist so schön dort, die Bucht ist zugefroren und zwar so dick, dass man darauf spazieren gehen kann.
Abends war ich mit Hannah, einer anderen Erasmus-Studentin bei ihr im Wohnheim kochen und danach auf einer Geburtstagsparty einer Finnin im Clavis. Anschließend ein weiteres Abenteuer: Fahrt zu meinem Wohnheim mit dem Nachtbus…ich wusste weder, wann und wo diese fahren und zum Glück hat man mir den Weg gezeigt. Im Nachtbus setzte sich ein ziemlich betrunkener Finne neben mich und bestätigte mir so eines der vielen Klischees, die ich im Vorfeld über die Finnen gehört hatte. Finnen trinken innerhalb kürzester Zeit unheimlich viel Alkohol, und zwar nicht zum Genuss, sondern einzig mit dem Ziel, sich zu betrinken. Das passiert vorzugsweise am Wochenende, also Freitag und Samstag und meistens auch nicht in Kneipen, sondern bei privaten Feiern. Ausgeschenkter Alkohol ist hier nämlich noch teurer als alles andere. Ich hoffe, der Mann hat gut nach Hause gefunden…
Über die Siba kann ich noch nicht soviel schreiben. Die Orientation, also die Begrüßung von uns Erasmus-Studenten am Freitag war ziemlich unspektakulär, aber die zwei Damen vom Austausch-Büro waren ganz arg nett. Nur gab’s soviel Informationen und Formulare, dass ich leicht überfordert war. Mir ging’s nicht allein so, wir müssen alle uns noch einlesen und herausfinden, wann wir uns wo melden müssen, wo wir unseren Schlüssel herbekommen, wo unsere Lehrer sind, wer uns die Zertifikate gibt, welche Fahrten geplant sind, wann die Konzerte sind undundund.
Die Siba befindet sich in drei Gebäuden, zwei davon in der Stadt und eines etwas außerhalb. Jeder Student bekommt einen individuellen Stundenplan erstellt. Ich bekomme meinem am Dienstag.
So allmählich darf’s losgehen mit dem Unterricht und ich möchte wieder loslegen mit Üben…
Bis bald, ihr hört von mir. Liebe Grüße,
Eva

Freitag, 9. Januar 2009

Seit gestern bin ich nun in Helsinki, in Finnlands Hauptstadt und in einer der aufsteigenden Metropolen des Nordens (wenn man dem Journal von Air Berlin und meinem Reisefuehrer glauben darf). Morgens um 9.00 ging der Flug von Duesseldorf, dankenswerterweise hat meine Freundin Meli mich fuer eine Nacht in Bonn aufgenommen, so dass ich nicht mitten in der Nacht zum Donnerstag in Calw aufbrechen musste, sondern in aller Ruhe am Mittwoch fahren konnte.
Am Flughafen habe ich zufällig Jan getroffen, der auch in Freiburg studiert und ebenfalls an der Sibelius Academy als Erasmus-Student studieren wird. Klein ist die Welt...
Am Flughafen von Helsinki (Vaanta) angekommen, suchten wir den Direktbus ins Zentrum (Vaanta selber liegt ausserhalb, man fährt ca. ne halbe Stunde bis in die Stadt). Klappte alles, Jan ist frueher raus, weil sein Wohnheim auf dem Weg des Busses lag.
Dann kam der Buss im Zentrum an (was ich daran merkte, dass alle aus dem Bus ausstiegen, Ansagen gabs nicht) und ich stand irgendwo und wusste erstmal garnicht, wohin. Habe mich durchgefragt und bin ziemlich lange umhergeirrt, bis ich endlich am HOAS office war. HOAS ist die Vermittlung der Studentenwohnheime in Helsinki. Es gibt noch das CLAVIS, das Wohnheim fuer Musiker, aber da hats anscheinend nicht genug Plätze. Im Office habe ich meinen Schluessel erhalten und bin dann zu meinem Wohnheim gefahren, mit der Metro (U-Bahn hier...Tram ist die Strassenbahn). Das Wohnheim ist soweit ok, bisschen abgefrackt und ausserhalb, aber geht schon. Ich stell bei Gelegenheit mal Bilder rein. Noch wohne ich dort alleine, keine Ahnung wo meine Mitbewohner stecken.
Heute war dann Orientation an der Sibelius Academy und ich lernte meine Mit-Erasmus-Studenten kennen. Sind nette Leute, wir waren danach Essen und Einkaufen udn gehen nachher Bier trinken (finnisches natuerlich :-))
Bisschen zerjhackselt das Ganze, ich habe noch 5 Minuten, dann ist die Stunde Internet fuer 5 Euro um (Internetcafé!!!).
Bald mehr,
Eva