Dienstag, 21. April 2009

Lappland, Ostern, Übealltag, Besuch, Frühling...APRIL



Zack, wieder ein Monat rum. Oh je, das geht so schnell...ich werde Mitte Juni zurückkommen, also habe ich noch ca. 1,5 Monate hier. Gerade jetzt, da es Frühling wird, hätte ich gerne, dass die Zeit ein bisschen langsamer verrint...
Aber mal von vorne. Von 1.-5. April war ich in Lappland, in Kuusamo. Kuusamo liegt ganz knapp vor dem Polarkreis, weßhalb die Zugehörigkeit zu Lappland nicht einwandfrei feststeht (Zitat von einem Finnen: "Lappland...nein, das ist doch nicht Lappland, das ist irgendwas zwischen Finnland und dem Norden"). Angefühlt hat es sich wie Lappland, die Natur sah aus wie Lappland, also für mich war es das. Die Tour dorthin wurde von den Asten der Siba und der Taik (das ist die Hochschule für mediale Kunst in Helsinki) für deren Exchange-Studenten organisiert und wir waren ca. 40 Menschen von überall her. Finnen, Spanier, Mexikaner, Deutsche, Österreicher, Dänen, Franzosen, Poolen, Amerikaner undundund. Es war eine sehr lustige Gruppe und wir hatten viel Spaß und haben wirklich alles gemacht, was typpisch Finnisch-Lappländisch ist. Gewohnt haben wir immer zu sechst in kleinen Hütten. In jedem dieser Mökkis war eine Holzofen-Sauna und ein Kachelofen, es war soooo gemütlich. Ich fasse jetzt kurz zusammen, wie genau es in Kuusamo war, sonst schreibe ich noch ewig und es kommt doch noch so viel. Also: undendlich viel Schnee, Winterwander-Tour durch den verschneiten Wald, Langlaufen im Skigebiet Rukka bei strahlendem Sonnenschein, ein Eisloch in den zugefrorenen See bohren, darin baden nach der Sauna (das ist toll. Wirklich :-)), Würstchen grillen im Wald, Renntierschlitten fahren, Nachts um drei in die Sauna gehen und sich anschliessend im Schnee wälzen, Kochen auf finnisch, französisch und deutsch, 13-Stunden Busfahrt, noch mehr Schnee, Feiern...es war wirklich toll! Hier die Bilder dazu:









Zurück in Helsinki ging's gleich wieder los mit dem Hochschulalltag. Sarah Newbold, Flötistin aus Londons und Lehrerin an der dortigen Gilmore-Academy war nach Helsinki für einen Meisterkurs gekommen. Ich habe auch teilgenommen und es war sehr gut. Sie ist sehr nett und freundlich und hatte viele gute Tipps und Hilfestellungen für mich.
Ich war nach Lappland und dem Meisterkurs ziemlich geplättet und sehr froh über die anstehenden Osterferien von Gründonnerstag bis Mittwoch nach Ostern. Womit wir schon beim zweiten großen Thema dieses Eintrags wären: Ostern in Finnland.
Zusammenfassend lässt sich aus meiner Sicht sagen, dass Ostern hier nicht den größten Stellenwert hat. Das mag daran liegen, dass Finnlands Einwohner zu 80% Lutherisch sind und alle nicht die regelmäßigsten Kirchgänger. Auch ist Ostern für viele Erasmus-Studenten kein Thema und über den geschichtlichen und biblischen Hintergrund wissen nicht viele Bescheid. Für mich war es sehr seltsam, Ostern so nebenbei zu erleben.
Am Karfreitag waren die Geschäfte geschlossen. Ich war Mittags in einer kleinen Andacht von der anglikanischen Kirche und abends beim Kreuzweg. Und habe gelernt, dass Kreuzweg nicht immer gleich Kreuzweg heißt...es gab drei Stationen. Alles war sehr aufwendig in Szene gesetzt, der technische und personelle Aufwand war enorm. Es begann mit einem großen Feuerwerk, lauter Musik und Tanz, Jesus, elanvoll, lebendig und immer top gestylt, wirkte wie frisch aus Fluch der Karibik und irgendwie waren die Lichteffekte spektakulärer als der finische Sprechanteil. Das ganze dauerte 1,5 Stunden. Ich war am Dauergrinsen. Die Finnen schaffen es wirklich, aus allem was ganz Besonderes zu machen.
Ostersonntag habe ich dann im Chor der anglikanischen Kirche mitgesungen und war anschließend bei Freunden zum Lamm essen eingeladen. Und natürlich haben wir Ostereier gesucht. So gab's zumindest ein bisschen Osterstimmung. Abends hat Isabells Mitbewohnerin Cati Ungarisch für uns gekocht.








Und das war's auch mit Ostern. Am Montag war ich Üben, ganz normal :-) und Nachmittags kam Andrea aus Deutschland zu Besuch. Gemeinsam mit ihr war ich im Museum für moderne Kunst, im Kiasma (wirklich gut!!! die Architektur innen ist toll, es kam mir riesig und endlos vor, dabei ist es garnicht so groß. Am besten hat mir die Auststellung "Choosing my Religion" gefallen, in der die Künstlerin Fotos, Malereien und Gegenständer aller sieben Weltreligionen zusammengesammelt hat) und hoch über Helsinkis Dächern auf dem Turm vom Hotel Torni. Donnerstag kamen Christoph und Ramona aus Deutschland angeflogen und wir hatten schöne Tage zusammen.







Nachdem ich erfahren habe, dass in Deutschland subtropische TEmperaturen herrschen und in Freiburg man im T-Shirt Fahrrad fahren kann, kann ich es kaum noch erwarten, dass der Frühling hier eintrifft. Aber das Thermometer zeigt stur jeden Morgen 0° Grad und es weht oft ein ziemlich kalter Wind hier. Ich trage nach wie vor meinen Wintermantel, meine Handschuhe und auch meine Winterstiefel, also ich laufe rum wie im Januar. Gut, die Sonne ist jetzt schon den dritten Tag am Stück zu sehen, vielleicht ist das ja ein Anzeichen. Und die Pflanzen tragen Knospen und das Meer ist nicht mehr zugefroren. Immerhin. Am ehesten merkt man es am Licht. Es ist so hell hier, wenn die Sonne scheint und alles sieht aus, als hätte es 20 Grad und als wäre es warm. Trotzdem wirkt alles noch ein bisschen trist, weil es noch kein frisches Grün hat, keine Blumen und Blätter.
Vorhin war ich draußen am Meer und habe die ersten zaghaften Frühlingsversuche festgehalten.



Nächste Woche endet das Semester hier offiziell, danach sind nur noch Prüfungen. Ich habe letztes Wochenende ein Dirigierseminar angefangen, das bis in den Juni geht und werde dann Prüfung darin machen. Und im Mai habe ich einige Konzerte mit meiner Flötenklasse und den Kammermusikprojekten.
Ich freu' mich auf das, was noch kommt hier!
Viele liebe Grüße und bis bald,
Eva