Dienstag, 24. Februar 2009


Oha, dieses Mal eine etwas größere Lücke seit meinem letzten Eintrag. Wo fange ich an?
Bis heute hatte ich Besuch, Johannes aus Karlsruhe war eine Woche da und es war ganz wunderbar. Gemeinsam mit ihm und Freunden war ich in Porvoo, der zweitältesten Stadt Finnlands. Porvoo ist ein schönes kleines Städtchen mit vielen bunten Häusern, einer alten Kirche, engen Gässchen und gemütlichen Cafés.






Letzte Woche habe ich ein Konzert einer Studentin der Siba besucht. Gaile ist aus Littauen und wurde von der littauischen Gemeinde in Helsinki eingeladen, ein Konzert zur Feier des Unabhängigkeitstages zu geben. Das Konzert fand unter dem weißen Dom statt, in den Katakomben. Es hat mich wirklich beeindruckt, wie herzlich und freundlich die Littauener waren und mit welcher Würde, aber auch Fröhlichkeit sie an ihre Unabhängigkeit erinnerten. Und die Atmosphäre in dem Gewölbe ist wirklich besonders.



In der Siba läuft es richtig gut. Ich bin nach wie vor viel am Üben und jetzt beginnen die ersten Kammermusikprojekte gemeinsam mit anderen Studenten. Nächste Woche mache ich bei einem Meisterkurs für Flöte mit. Und ich hatte Probe mit meiner Klavierkorrepetitiorin Marja. Sie ist eine tolle Musikerin und hat viele, viele Ideen und Tips für mich. Mein Unterricht ist sehr, sehr gut und ich fühle mich wohl an der Akademie. Mein Flötenlehrer Matti plant einen Austausch mit der Flötenklasse aus Tallinn, was bestimmt super wird und im April fahre ich mit der Student Union nach Lappland. Langweilig wird's mir bestimmt nicht...

Allmählich werden die Tage länger, 8 Minuten pro Tag um genau zu sein. Ich bin über jeden Sonnenstrahl dankbar. Manchmal sieht es hier so aus:


Wobei es natürlich auch etwas hat, über das zugefrorene Meer zu laufen :-)


Es gab Änderungen im Projekt "Finnisch lernen". Der Uni-Sprachkurs war ziemlich flott und dabei aber auch ziemlich eintönig - wir haben fast nie gesprochen und sturr das Buch durchgearbeitet, welches eher mäßig ist. Ich war ziemlich unmotiviert dorthin zu gehen. Dann kam von der Siba das Angebot, an einem neuen Projekt mitzumachen: dem Language-Cafe. Das ist ein Sprachkurs für uns neue Exchange-Studis, in dem wir von der finnischen Sprachlehrerin Rakkel gecoacht werden. Sie unterrichtet eigentlich Englisch und Schwedisch an der Siba. Jetzt probiert sie das Cafe aus, in dem sie uns unterrichtet und sich Unterstützung von finnischen Studenten holt, die mit uns Finnisch üben. Und sie erzählt uns viel über die finnische Kultur und die Lebensweise. In zwei Wochen will sie mit uns Finnisch kochen, was ich großartig finde. Es macht Spaß, dort zu lernen.

So, jetzt hör ich mal wieder auf. Morgen bekomme ich Besuch von Dominik, juche :-)
Macht's gut, ihr Lieben und bis bald,
Eva

Montag, 9. Februar 2009

Hei,
am Freitag Abend habe ich nochmal meinen Geburtstag gefeiert - mit einer großen Party bei mir zuhause und vielen, vielen Menschen. Es war richtig schön, lang, lustig, laut, bunt und fröhlich - gebührend also. Bilder gibt's auf Anfrage bei mir ;-)
Mein Wohnheim ist einfach toll und ich fühle mich hier schon zuhause. Meine Mitbewohnerinnen sind sehr, sehr nett und meine Nachbarn auch und die Atmosphäre einfach ganz heimelig.
Sonntag war ich übrigens, endlich, bei einer Stadtführung dabei. Die Mädels aus der Nachbar-WG hatten im Rahmen ihres Finnisch-Culture-Cours' eine Stadtführung und da bin ich mit. Es war sehr interessant und unsere beiden Guides konnten ganz viel zu der Geschichte der Stadt erzählen und anschaulich verschiedene Bräuche und Kulturen der Finnen erklären.
Vielleicht ganz kurz: Helsinki wurde 1550 gegründet, ca. 5km entfernt vom jetzigen Standort - von den Schweden (Finnland war damals schwedische Provinz). 1640 wurde Helsinki "nach vorne" verlegt, d.h. direkt ans' Meer, um uneingeschränkten Zugang zu den Seewegen zu haben. 1808 verlor Schweden gegen Russland im Krieg und musste Finnland an das Zarenreich abtreten. Helsinki, das damals nur aus Holzhäusern bestand, brannte im Krieg komplett nieder.
Der Zar, Alexander I., ernannte Helsinki zur Hauptstadt und beauftragte den deutschen Architekten Ludwig Engel, Helsinki wieder aufzubauen - fürstlich und prächtig.
Deswegen gibt es in Helsinki keine wirkliche "Altstadt" - sondern die ältesten Bauten sind aus dem 19. Jahrhundert im Neoklassizistischen Stil.
Die Stadtführung war wirklich toll - aber es war soooooooooo kalt, nass und grau, Huäääh!
Hier noch ein paar Bilder von mir und meinen Nachbarinnen vor dem Dom, unseren beiden Stadtführerinnen, von mir in typischer Touri-Pose vor dem Sitz der Präsidentin und unsere Gruppe mit kalten Füßen im Schnee beim Betrachten des ehemaligen Senatssitzes.






Bis bald und viele liebe Grüße,
Eva

Dienstag, 3. Februar 2009

Geburtstag auf Finnisch

Hyvää syntymäpäivää!

Es war ein sehr schöner Tag gestern, mit wunderbarem Wetter (blauer Himmel, Sonne, Schnee), vielen lieben Nachrichten und leckerem Pizza-Essen mit Freunden am Abend.

Ganz herzlichen Dank für all eure Glückwünsche!!!



Jetzt bin ich fast schon vier Wochen hier und die Zeit ist ganz schnell vergangen. Typisch für die ersten Wochen in einer neuen Umgebung glaube ich, aber es erstaunt mich doch.
Lezte Woche hatte ich einen ziemlichen Müdigkeitshänger. Ich glaube, dass es mit der fehlenden Sonne zusammenhängt, ich hatte ja geschrieben, dass es nur grau war die letzten zwei Wochen. Jedenfalls habe ich ziemlich wenig geschafft bekommen und war ziemlich schnell erschöpft. Wäh...seit Samstag jedoch geht's mir großartig. Da bin ich morgens von der Sonne geweckt worden und es war total schön draußen. Ich bin gleich an's Meer und habe Licht getankt :-) (siehe Bild oben).
Abends war ich im Clavis, beim "German Cooking". Gemeinsam mit vielen anderen Exchange-Studis haben wir deutsche Spezialitäten gekocht und dann international, also nicht nur mit Deutschen, gegessen. Bei Sauerkraut und Bratwürsten fühlt' man sich doch gleich wie zuhause :-D

Mit diesem Bild verabschiede ich mich und wünsche euch eine gute Woche.
Bis bald und viele liebe Grüße,
Eva